Monat: März 2016

Hundt – Hammer – Stein

Hundt Hammer Stein

Auf der Alten Schönhauser Straße in Berlin, an der Schnittstelle zwischen Mitte und Prenzlauer Berg, gibt es viele schöne Lifestyleläden, die man nicht braucht. Aber mit Hundt – Hammer – Stein gibt es auch eine kleine feine Buchhandlung.

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Über die Freiheit des Lebens

Sarah Bakewell: At the Existenzialist Café

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Einige der 40.000 Seiten oder so, die Sartre schrieb

Manchmal findet man genau das richtige Buch zur rechten Zeit. Dieses Buch über den Existenzialismus war es für mich. Wie man so ein richtiges Buch für die rechte Zeit findet, kann man Intuition nennen oder Vorahnung oder Bauchgefühl, vielleicht aber einfach auch nur Glück.

Es gibt ja Momente im Leben, die einen plötzlichen tiefen Bruch bedeuten. Einen Moment, in dem sich das gewohnte Leben von jetzt auf gleich grundsätzlich ändert. Ändert durch etwas, das passiert, ohne dass man Kontrolle darüber hat. Meist ist der Auslöser sehr negativer Art. Ein existenzieller Realitätseinbruch also.

Ein Moment, der aber trotz Wut, Schmerz, Hoffnungslosigkeit, Angst auch Freiheit bedeutet. Freiheit in dem Sinne, dass man ja nach wie vor frei ist, Entscheidungen über sein Leben zu treffen für deren Konsequenzen man einstehen muss. Das ist zwar etwas vor dem man eigentlich immer steht, jeden Tag, das ganze Leben – nur in solchen Zeiten existenzieller Wenden wird es einem bewusster. Zumindest wenn ein Buch wie dieses einen durch den Moment des Umbruchs begleitet und man wahrnimmt und versteht, dass sich plötzlich auch neue Perspektiven, neue Verstehenszugänge und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Man hat mehr freie Hand in seinem Leben als man denkt.
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Eins hilft immer: Lesen.

Stimmt

Stimmt

Das Potential des Schemenhaften

Martin Heidegger: Was heißt Denken?

Es gibt Bücher, die versteht man nicht, aber dennoch  geht von ihnen etwas aus, das einen intellektuell und gefühlsmäßig anmacht. Martin Heidegers Auseinandersetzung mit dem, was und wie wir denken wenn wir denken, ist so ein Buch.

Wie kann man sich das vorstellen? Vielleicht als schaute ich durch ein beschlagenes Fenster. Ich sehe also nur undeutliche Umrisse in verwaschenen Farben dessen auf das ich blicke. Ich komme aber nicht nah genug an die Scheibe heran, um den Beschlag wegzuwischen. Trotzdem schaue ich weiter durch das Fenster. Manche Umrisse scheine ich zu erkennen, andere kann ich erahnen, und wieder andere regen meine Vorstellung an. Vielleicht ist es also bereichernder als wäre die Sicht klar. Klare Sicht kann auch enttäuschend sein und man wendet sich rasch ab. Um irgendetwas dringlicher scheinendes, wahrscheinlich aber doch unbefriedigenderes, zu tun. Nein, dann lieber mal das Unscharfe, Ungenaue aushalten und genießen, seine Gedanken treiben lassen und Freude an dem haben, was sich ergibt. Heideggers Frage „Was heißt denken?“ ist so ein Werk mit diesem Potential des Schemenhaften.

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Ja wann denn?

Ein Solitär in der deutschen Gegenwartsliteratur – Peter Kurzeck

Eine  Erzählung ohne Schrift, frei erzählt.  Nicht viele Autoren können so Literatur produzieren. Peter Kurzeck konnte es und schuf so ein Werk, das seinesgleichen sucht. Romane in Schrift hat er auch veröffentlicht. Aber es ist wohl besonders sein freies Erzählen, das ihn einmalig machte.

Seine Stimme, der Fluß seiner Erzählung, der einen erst staunend, dann fasziniert, dann begeistert zuhören lässt, dieses Gefühl, er würde bei einem zuhause auf der Couch sitzen und locker doch präzise aus seinem Leben erzählen, das entfaltet einen Reiz, dem man sich nur schwer entziehen kann.

In diesem Ausschnitt seiner Erzählung “Unerwartet Marseille” erzählt er lakonisch über seinen Beginn als Schriftsteller.

Peter Kurzeck, Jörg Döring (Hg.)
Unerwartet Marseille, Peter Kurzeck erzählt

2012, Stroemfeld Verlag
ISBN: 978-3-86600-007-0
2 Audio-CDs, Regie: Jörg Döring
19,80€

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