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Print – Ein Plädoyer für Slow Media

Ist es ein Buch, ist ein Magazin? Nennen wir es ein Magabu oder Bugazin.  Print – Ein Plädoyer für Slow Media ist auf jeden Fall ein sehr ansprechend gemachtes Printprodukt.

Das Thema Slow Media, und verbunden damit das neue Trendthema Entschleunigung, passt vermeintlich in unsere Zeit. Wir  fühlen, dass durch die Omnipräsenz digitaler Medien zwar die Hoffnungen auf noch mehr Informationen immer und überall  und auf mehr Bequemlichkeit wahr geworden sind. Gleichzeitig aber entwickelt sich offenbar eine Gegenbewegung. Anscheinend spüren wir, dass das Versprechen digitaler Medien auch Nachteile mit sich bringt – Informationsüberfluss, Datenschutzsorgen, Überforderung, Aufmerksamkeitsspannenreduktion, Unbehagen, Nervosität.

Gut, dagegen kann man etwas tun, zum Beispiel Malbücher ausmalen. Ein erstaunlich boomender Markt. Die deutsche Bleistiftindustrie meldet einen derart gestiegenen Absatz an Farbstiften, dass Produktionskapazitäten ausgelastet sind und ausgebaut werden müssen, sogar Nacht- und Wochenendschichten sind nötig, um die Bilderbuchausmaler mit Stiften zu versorgen. So sorgt also die digitale Industrie dafür, dass eine der ältesten analogen Industrien einen wahren Aufschwung erlebt. Wer hätte das gedacht?

Wem Ausmalen zu doof/kindisch/anstrengend  ist, der kann noch etwas anderes tun, um sein Leben zu entschleunigen:  gedruckte Medien wiederentdecken. Gut also, dass es zu diesem Thema nun auch ein sehr schön und aufwändig produziertes gedrucktes Medium gibt. Wie aufwändig, erfährt man auf der letzten Seite:

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Abstimmen für Berliner Büchertisch!

Der Berliner Rundfunk 91,4 verlost 50.000 Euro für gemeinnützige Organisationen in Berlin. Eine der Organisationen, die sich um das Geld bewerben, ist der Berliner Büchertisch e.V.

Warum der Berliner Büchertisch Geld bekommen sollte?

Damit sich noch mehr Berliner Kinder und Erwachsene das Lesen leisten können!

“Wir möchte noch mehr Berliner Kindern und Jugendlichen die Freude des Lesens nahe bringen. Wir möchten, dass jedes Kind, unabhängig von der Einkommenssituation seiner Eltern, eigene Bücher zuhause haben kann, die es tausend Mal lesen, innig lieben und weiter verschenken kann. Wir geben deshalb in unseren drei Buchläden jedem Kind die Möglichkeit, sich jeden Tag ein Kinderbuch auszusuchen und kostenfrei mitzunehmen. Für Kinder in Berliner Randbezirken haben wir außerdem die “Berliner Büchertaube” gestartet, ein Lesestipendium, bei dem die Kinder jeden Monat ein Überraschungsbuch von uns nach Hause geschickt bekommen.

“Kein Faktor dominiert den späteren Erfolg im Leben eines Menschen stärker als die Frage, ob die Eltern Bücher zu Hause haben oder nicht. Wo Bücher im Haus sind, herrscht ein ganz anderer Anspruch, über die Welt nachzudenken.”

Hans-Georg Häusel, Hirnforscher

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Eins hilft immer: Lesen.

Stimmt

Stimmt

Das Potential des Schemenhaften

Martin Heidegger: Was heißt Denken?

Es gibt Bücher, die versteht man nicht, aber dennoch  geht von ihnen etwas aus, das einen intellektuell und gefühlsmäßig anmacht. Martin Heidegers Auseinandersetzung mit dem, was und wie wir denken wenn wir denken, ist so ein Buch.

Wie kann man sich das vorstellen? Vielleicht als schaute ich durch ein beschlagenes Fenster. Ich sehe also nur undeutliche Umrisse in verwaschenen Farben dessen auf das ich blicke. Ich komme aber nicht nah genug an die Scheibe heran, um den Beschlag wegzuwischen. Trotzdem schaue ich weiter durch das Fenster. Manche Umrisse scheine ich zu erkennen, andere kann ich erahnen, und wieder andere regen meine Vorstellung an. Vielleicht ist es also bereichernder als wäre die Sicht klar. Klare Sicht kann auch enttäuschend sein und man wendet sich rasch ab. Um irgendetwas dringlicher scheinendes, wahrscheinlich aber doch unbefriedigenderes, zu tun. Nein, dann lieber mal das Unscharfe, Ungenaue aushalten und genießen, seine Gedanken treiben lassen und Freude an dem haben, was sich ergibt. Heideggers Frage „Was heißt denken?“ ist so ein Werk mit diesem Potential des Schemenhaften.

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Ja wann denn?

…in dieser scheußlichen Zeit

“Wir dürfen uns nicht umwerfen lassen

gerade jetzt nicht

in dieser scheußlichen Zeit

nach einer Pause

Vielleicht ist sie gar nicht so scheußlich

Auf die Virtuosität kommt es an

auf den Charakter

Wenn wir uns zum Narren machen lassen

sind wir verloren

Wie ich diese Dienstage hasse”

aus: Thomas Bernhard: Der Schein trügt
in: Spectaculum 39, 1984, Suhrkamp Verlag

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modenliteraturen

nicht sein

kulturenliteraturen

(Ernst Jandl)

Endlich! Die Formel für ein gutes Buch ist gefunden

Mathematiker, Literaturwissenschaftler, Philosophen und Bücherblogger haben nun endlich die Formel gefunden, die beschreibt, was ein gutes Buch ausmacht.

Das Ergebnis:

 1+2+3+n = Lesevergnügen

q.e.d.

Wobei:

1= Selbsterkennung
2= Welterkennung
3= Kunsterkennung

n ist natürlich die Unbekannte, die Sie in diesem Fall auch selber bestimmen können.

Holzfällen. Eine Erregung von Thomas Bernhard

Wer ist dieser Typ, der beim künstlerischen Abendessen der Eheleute Auersberger im Ohrensessel sitzt und diesen Monolog mit sich selber führt?

Warum ist die Eingangsszene auf dem Wiener Graben so furios? Wie funktioniert dieser Sprachrhythmus, der die Szene so treibend macht?

Warum sitzt er stundenlang in diesem Ohrensessel, obwohl er alle Gäste des künstlerischen Abendessens verachtet und hasst?

Warum hat mein anderthalbjähriger Sohn kein anderes Buch so oft aus dem Bücherregal gezogen wie dieses?

(c) Suhrkamp Verlag

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