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Das Potential des Schemenhaften

Martin Heidegger: Was heißt Denken?

Es gibt Bücher, die versteht man nicht, aber dennoch  geht von ihnen etwas aus, das einen intellektuell und gefühlsmäßig anmacht. Martin Heidegers Auseinandersetzung mit dem, was und wie wir denken wenn wir denken, ist so ein Buch.

Wie kann man sich das vorstellen? Vielleicht als schaute ich durch ein beschlagenes Fenster. Ich sehe also nur undeutliche Umrisse in verwaschenen Farben dessen auf das ich blicke. Ich komme aber nicht nah genug an die Scheibe heran, um den Beschlag wegzuwischen. Trotzdem schaue ich weiter durch das Fenster. Manche Umrisse scheine ich zu erkennen, andere kann ich erahnen, und wieder andere regen meine Vorstellung an. Vielleicht ist es also bereichernder als wäre die Sicht klar. Klare Sicht kann auch enttäuschend sein und man wendet sich rasch ab. Um irgendetwas dringlicher scheinendes, wahrscheinlich aber doch unbefriedigenderes, zu tun. Nein, dann lieber mal das Unscharfe, Ungenaue aushalten und genießen, seine Gedanken treiben lassen und Freude an dem haben, was sich ergibt. Heideggers Frage „Was heißt denken?“ ist so ein Werk mit diesem Potential des Schemenhaften.

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Eins hilft immer: Lesen.

Stimmt

Stimmt

André Gide: Der Griesgram – Ein Hirnkampf

 

Linke Hirnhälfte                                           vs.                              Rechte Hirnhälfte
Wir müssen endlich mal diesen Artikel über ‚Der Griesgram‘ von André Gide schreiben! Da denken wir doch schon ewig drüber nach.
Ja, ich weiß. Aber so einfach ist das nicht.
Natürlich ist das einfach. Aber Du willst natürlich wieder etwas Besonderes daraus machen. Bleib doch mal einfach bei den Fakten und mach Dir nicht so einen Kopf.
Du bist gut. Einfach! Mach‘s doch selbst. Aber ohne mich kriegst Du das auch nicht hin.
Ok, ok. Ich würde ja als Einstieg einfach mal den Klappentext zitieren. Der beschreibt doch kurz und knackig worum es geht.
Das wäre aber doch sehr einfach, oder nicht? Und dürfen wir das überhaupt?
Mann, Du hast doch schon die Erlaubnis vom Matthes & Seitz Verlags bekommen, das Cover zu nutzen. Da kannst Du auch den Klappentext übernehmen. Haben die bestimmt nichts gegen. Also, auf geht’s, jetzt mal als Beginn:

„Ein Griesgram, der namenlose Protagonist dieses abgründigen ‚äußeren Monologs‘, stellt in wütenden Tiraden die abgeschmackte Belanglosigkeit dieser Welt bloß, der sich Frau und Kinder, der einzige Freund, überhaupt die ganze Menschheit längst ergeben haben. Doch seine Überheblichkeit befreit ihn nicht, vielmehr zwingt sie ihn immer wieder zurück ins enge gesellschaftliche Korsett.

Gides zynische Geschichte, in der sich sein Protagonist gehörig verrechnet, ist das verschrobene Protokoll einer griesgrämigen Implosion und einer tödlichen Explosion, fabelhaft in Szene gesetzt von Nanne Meyer.“

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Abstimmen für Berliner Büchertisch!

Der Berliner Rundfunk 91,4 verlost 50.000 Euro für gemeinnützige Organisationen in Berlin. Eine der Organisationen, die sich um das Geld bewerben, ist der Berliner Büchertisch e.V.

Warum der Berliner Büchertisch Geld bekommen sollte?

Damit sich noch mehr Berliner Kinder und Erwachsene das Lesen leisten können!

“Wir möchte noch mehr Berliner Kindern und Jugendlichen die Freude des Lesens nahe bringen. Wir möchten, dass jedes Kind, unabhängig von der Einkommenssituation seiner Eltern, eigene Bücher zuhause haben kann, die es tausend Mal lesen, innig lieben und weiter verschenken kann. Wir geben deshalb in unseren drei Buchläden jedem Kind die Möglichkeit, sich jeden Tag ein Kinderbuch auszusuchen und kostenfrei mitzunehmen. Für Kinder in Berliner Randbezirken haben wir außerdem die “Berliner Büchertaube” gestartet, ein Lesestipendium, bei dem die Kinder jeden Monat ein Überraschungsbuch von uns nach Hause geschickt bekommen.

“Kein Faktor dominiert den späteren Erfolg im Leben eines Menschen stärker als die Frage, ob die Eltern Bücher zu Hause haben oder nicht. Wo Bücher im Haus sind, herrscht ein ganz anderer Anspruch, über die Welt nachzudenken.”

Hans-Georg Häusel, Hirnforscher

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Eine sexuell provozierende Kurzgeschichte

A sexually provocative short story – Ambika Thompson

Eine Frage: Haben Sie diesen Artikel wegen des interessanten Titels angeklickt? Ich verstehe das.

Noch eine Frage: Interessieren Sie sich für Kurzgeschichten? Ich eher weniger. Wohl eine unbeabsichtigte Folge langweiliger und konfuser erzwungener Beschäftigung mit Kurzgeschichten damals im Deutschunterricht.

Ich mag keine Geschichten, in denen Katzen im Regen angeblich irgendwelche Eheprobleme repräsentieren. Ich mag keine Allegorien und Symbole. Ich mag seit dem auch keine Kurzgeschichten mehr.

Aber diese Geschichte von Ambika Thompson, eine der tatsächlich vielen in Berlin lebenden englischsprachigen AutorInnen,  über das hässliche flachbrüstige Mädchen und den attraktiven Jungen mit den gigantischen Eiern hat mich überraschend überrascht, überraschend verwirrt und überraschend fasziniert. Und lachen konnte ich auch noch.

„The ugly girl with the flat chest and the attractive boy with the gigantic testicles kissed for the first time on the quiet street in the late hours of a fall moonlit night“.

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modenliteraturen

nicht sein

kulturenliteraturen

(Ernst Jandl)

Endlich! Die Formel für ein gutes Buch ist gefunden

Mathematiker, Literaturwissenschaftler, Philosophen und Bücherblogger haben nun endlich die Formel gefunden, die beschreibt, was ein gutes Buch ausmacht.

Das Ergebnis:

 1+2+3+n = Lesevergnügen

q.e.d.

Wobei:

1= Selbsterkennung
2= Welterkennung
3= Kunsterkennung

n ist natürlich die Unbekannte, die Sie in diesem Fall auch selber bestimmen können.

Fritz J. Raddatz – Liebeserklärung eines Linksträgers. Oder: Wie man auch mit Büchern als extended re-release Kasse machen kann.

Wenn das kein gutes Timing des alten Medienprofis war. Einen Tag vor der Veröffentlichung seines letzten Buches im Februar 2015, nahm sich Fritz J. Raddatz in der Schweiz im Alter von 83 Jahren das Leben. Und so erlebte seine Erinnerung an die Jahre mit Ledig beim Rowohlt-Verlag in kürzester Zeit die fünfte Auflage.

Gespannt war ich auf diese Schilderung seiner Zeit als stellvertretender Leiter des Rowohlt-Verlags und seine Zusammenarbeit mit dem schillernden Rowohlt-Erben Heinrich Maria Ledig-Rowohlt. Gefreut habe ich mich, als ich das schön gestaltete Buch mit seinem grünen Leinenumschlag aus dem Briefumschlag zog. Enttäuscht war ich, als ich es am nächsten Tag ausgelesen zuklappte. Da hatte ich mehr erwartet. Das war mein Fehler.

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Literarische Sackgassen – ein Geständnis

Kennen Sie das? Sie nehmen sich ein Buch vor, meist ist es eine dicke Schwarte, sei es aus eigenem Interesse, auf Grund einer Empfehlung eines Buchblogs oder gar durch bildungsbürgerlichen Druck eines mehr oder wenig offiziellen Literaturkanons. Sie sind motiviert, neugierig, beflissen und beginnen zu lesen.

Doch bald schon müssen Sie sich eingestehen, dass mit jeder weiteren Seite, die Sie umblättern, die Lust am Weiterlesen schwindet. Ihnen wird klar, dass Sie dieses Werk niemals auslesen werden.  Sie stecken in einer literarischen Sackgasse fest.
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